Auf uns ist Verlass – Neujahrsempfang 2026 der Kreishandwerkerschaft
Wetteraukreis – Bessere Rahmenbedingungen für das Handwerk sind eine zentrale Forderung gewesen, die Kreishandwerksmeister Holger Winkler beim traditionellen Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft am Dienstagnachmittag im Spiegelsaal des Dolce in den Mittelpunkt seiner Rede gestellt hat.
Zuvor konnte Winkler über 100 Vertreter aus Politik, Schulen, Versicherungen und Geldinstitute sowie alle „Freunde des Handwerks“ begrüßen. Lang war die Liste der Gäste, an der Spitze die Bundestagsabgeordneten Natalie Pawlik (SPD) und Dr. Thomas Pauls (CDU) sowie die Landtagsabgeordneten Lisa Gnadl (SPD) und Annette Wetekam (CDU).
Aus dem lokalen Politikbereich gekommen waren unter anderem Landrat Jan Weckler, die Erste Kreisbeigeordnete Birgit Weckler und Kreistagsvorsitzender Armin Häuser sowie eine ganze Reihe von Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und weitere Vertreter aus vielen Wetterauer Kommunen.
Gekommen waren ferner Alexander Repp, Präsident der Arbeitgeberverbände Hessen; Rainer Schwarz, Präsident der IHK Gießen-Friedberg; Thomas Reimann, Präsident des Verbands baugewerblicher Unternehmer; Jochen Ruths, Vizepräsident des Handelsverbands Deutschland. Mit einem Dank an das Team der Kreishandwerkerschaft samt Geschäftsführer Matthias Fritzel beendete Winkler seinen Begrüßungsmarathon.
Kritik an der Politik
Mit einer harschen Kritik begann Winkler seine Rede: „Innenpolitisch stehen einem bei manchen Aussagen unserer Volksvertreter wahlweise die Haare zu Berge oder der Mund offen.“ Die Politiker müssten sich gefallen lassen, dass ihr Auftreten und ihre Rede wörtlich genommen werden müssten, auch wenn deren Ideen noch so irrational oder radikal seien.
Gleichzeitig betonte er, dass das Handwerk in seiner Tradition regional stark verwurzelt ist und ortsnahe Betriebe hochwertige Produkte und Dienstleistungen anbieten.
Es folgte ein flammender Appell Winklers: „Das Handwerk ist das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wir sind die Garanten für Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort. Wir sind die regionale Beständigkeit, die Arbeit und Wohlstand in den kleinsten Ort bringt. Auf uns ist Verlass.“
Die Politik dürfe nicht an den Bedürfnissen des Mittelstands vorbeischauen, erklärte der Kreishandwerksmeister, der endlich einen echten Bürokratieabbau forderte, anstatt immer neuer Verordnungen oder Nachweispflichten, die den Arbeitsablauf unnötig verlängern und Arbeitsfortschritt verlangsamen.
Winkler: „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die uns ermöglichen, faire und gute Löhne zu zahlen und trotzdem für Kunden noch bezahlbar zu sein. Werden die Rahmenbedingungen schlechter, wird der Schwarzarbeit Tür und Tor geöffnet, was keiner will.“ Gleichzeitig stelle sich das Handwerk aktuellen Herausforderungen, wie der Digitalisierung, neuen Errungenschaften und Technologien sowie der Energiewende. Winkler: „Ohne Handwerk werden die wichtigen Klimaschutzziele nicht erreicht werden, das muss allen bewusst sein. Wir wollen alle zusammen eine funktionierende Wirtschaft – ein funktionierendes Miteinander.“
Gegen Ende seiner Rede ging Winkler auf die Kommunalwahlen am 15. März ein und sprach die Kommunalpolitiker direkt an: „Sie sind diejenigen, die aus der Politik vielleicht noch am nächsten an der Wählerschaft sind. Hören Sie dem Volk zu und lassen Sie sich an Ihren Taten messen.“ Ein letzter versöhnlicher Appell ging an alle Anwesenden: „Lassen Sie uns gemeinsam anpacken, neue Wege gehen und das Handwerk in der Wetterau weiter stärken.“
Langen Beifall gab es für Winklers Rede, die beim Neujahrsempfang traditionell die einzige ist. Beim anschließenden „hessischen Buffet“ samt dem traditionellen Mettigel und Handkäs‘ mit Musik standen Gespräche und das Netzwerken im Mittelpunkt. (HAR – Wetterauer Zeitung vom 13.Februar 2026)
